Binären Optionen Märkten Bewertungen 07/01/2013

Kongress hat kurzfristige Lösung für die Fiskalklippe verabschiedet

Nach dem Drama um die „Fiskalklippe“ (Steuererhöhungen und Kürzungen, deren Auswirkungen voraussichtlich Anfang 2013 eintreten würden) hat das US-Repräsentantenhauses am Mittwoch ein Gesetz beschlossen, welches den „Sturz von der Fiskalklippe“ verhindert hat. Wir betonen, dass die Absprachen zwischen den Demokraten und Republikanern die sofortige Rezession der US-Wirtschaft verhindert hat und zu einem starken Anstieg der globalen Aktienmärkte unmittelbar nach der Ankündigung geführt hat. Allerdings ist es wichtig, daran zu erinnern, dass es noch viel zu tun gibt, um die finanzpolitischen Probleme in Amerika zu lösen, da die Einigung mehrere Probleme mit sich bringt.

Das erste Problem ist, dass die Ausgabenkürzungen nur verschoben wurden. Die aktuellen Vereinbarungen konzentrieren sich hauptsächlich auf Steuern, während Entscheidungen zu größeren Ausgabenkürzungen der Regierung verschoben wurden und die amerikanischen Staats- und Regierungschefs die Budgetkürzungen in zwei Monaten diskutieren und lösen müssen, weil Anfang März automatisch laterale Haushaltskürzungen in Höhe von 110 Milliarden Dollar wirksam werden.

Das zweite Problem ist, dass keine „Schuldenbremse“ eingeführt wurde. In ein paar Wochen wird die von der US-Regierung erlaubte Schuldenobergrenze von 16,4 Trillionen $ erreicht und die Regierung wird nicht mehr die Möglichkeit haben, weiterhin Geld in den Märkten aufzunehmen. Wir sollten beachten, dass die zu erwartende Debatte über die Anhebung der „Schuldengrenze“ schwierig sein wird. Es ist wahrscheinlich, dass die Republikaner, die den Kampf bezüglich der Fiskalklippe „verloren“ haben, das Problem der „Schuldengrenze“ auszunutzen werden, um weitere Kürzungen der Obama-Regierung, vor allem im Bereich der Krankenversicherung und der sozialen Sicherheit erzwingen werden. Auf der anderen Seite, erklärte Präsident Obama, dass die Budgetkürzungen nicht mit den Republikanern ausgehandelt werden und dass für die „Schuldenbegrenzung“ eine Steuerreform statt Einschnitte notwendig sind.
Die Debatte über die Anhebung der „Schuldenbegrenzung“ wird die fünfte Debatte in den vergangenen zwei Jahren zu Themen der US-Finanzpolitik sein. Bei jeder der jüngsten Diskussionen erreichte die Politik eine Lösung, wenn auch in letzter Minute.

Reaktionen der Ratingagenturen: nachdem die Einigung erzielt wurde, erklärte Moody’s, dass weitere Schritte unternommen werden müssen, um das US-Kredit-Rating auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Moody’s bemerkte „Unsere Ratings nehmen eine abwartende Haltung ein und die Ergebnisse in den nächsten Monaten müssen überprüft werden, bevor wir eine Entscheidung über den Rating-Ausblick oder das Rating selbst treffen. Dies ist ein wichtiger Schritt, aber es ist nur der erste Schritt“ und Moody’s fügte hinzu, dass „ein Mangel an Maßnahmen zum Abbau des Defizits das Rating negativ beeinflussen könnte“. S & P wies darauf hin, dass der Deal keinen Einfluss auf den „negativen“ Kredit-Rating-Ausblick der USA hätte, und dass die Politiker eine Menge Arbeit vor sich hätten.

Globale Wirtschaft: Verbesserung in den Vereinigten Staaten und China, Rezession in Europa und Japan

Letzte Woche wurde vom weltweit veröffentlichten Einkaufmanagerindex geprägt. Der Global Manufacturing PMI für die weltweite Produktion stieg im Dezember leicht auf ein Niveau von 49,8. Während der PMI Erwartungen für die weitere industrielle Expansion in den USA und in China zeigt, deutet er in Europa und Japan auf einen weiteren wirtschaftlichen Rückgang hin. Neben dem PMI wurden in der letzten Woche weitere wichtige Daten veröffentlicht.

USA: Die meisten Wirtschaftsdaten, die in der vergangenen Woche in den USA veröffentlicht wurden, waren positiv. Die US-Arbeitsmarktdaten (NFP) für Dezember zeigten, dass die Einstellung von Arbeitnehmern im privaten Sektor nicht von dem Problem der Fiskalklippe betroffen war, da die Netto-Finanzierung im privaten Sektor relativ höher war, als erwartet. Darüber hinaus ist die Anzahl der Auftragseingänge in der US-Produktion (ohne Transport) während der letzten drei Monate mit einer jährlichen Rate von 9,9 % (verglichen mit einem Anstieg von nur 1,2% im Vorjahr) erhöht und der Einkaufmanagerindex ISM (Non-Manufacturing) ist stärker gestiegen als erwartet und auf dem höchsten Stand seit Februar 2012.

Europa: Konjunkturdaten aus der Eurozone weisen weiterhin auf eine Rezession. Die endgültige PMI Schätzung für die Industrie in der Eurozone zeigte eine leichte Abnahme auf ein Niveau von 46,1. Der entsprechende Index des Dienstleistungssektors erhöhte sich im Dezember relativ stark auf ein Niveau von 47,8 (im Vergleich zu 46,7 im November), was eine Erhöhung des Composite PMI aller Sektoren in der Eurozone auf 47,2 (im Vergleich zu 46,5 im November) unterstützt. Trotz des Anstiegs bleibt der gewichtete Index im elften Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Punkten und seine Höhe zeigt die Erwartungen für eine weitere Schrumpfung der Wirtschaft in der Eurozone.

Wirtschaftliche Veröffentlichungen und Ereignisse der Woche

Dienstag: Diese Woche wird eine Vielzahl wichtiger Daten veröffentlicht, wie:

Eurozone: Indikator für das Verbrauchervertrauen im Dezember (es werden keine Änderungen erwartet) Eurozone: wirtschaftlicher Stimmungsindikator für Dezember (es wird ein leichter Anstieg erwartet), Eurozone: Einzelhandelsumsatz für November und die Arbeitslosenquote in der Eurozone (es wird ein leichter Anstieg auf 11,8 % erwartet)

Mittwoch: Deutschlands Industrieproduktion im November

Donnerstag: EZB Zinsentscheidung (keine Veränderung erwartet)

Freitag: November Handelsbilanzdaten für die USA und Chinas Inflationsdaten (CPI, PPI)

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Author: David Wilson